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Der Araber hat jetzt den größten "Schwanz" der Welt. - So lange das man ihn aus dem Weltall sehne kann. Gedanken zur Eröffnung des Burj Chalifa
 
Jetzt ist es also amtlich. Heute eröffnete in Dubai der höchste Wolkenkratzer der Welt. Ach was, das trifft es nicht mal ungefähr. Der Höchste und dickste Schwanz der Welt steht jetzt mitten im Wüstensand als ein Monument der Macht und Männlichkeit. Wenn auch der Sack mit dem Geld der dran hängt jetzt mehr oder wenig leer ist. Bleibt also die Frage, wozu man so einen Riesenschwanz braucht, wenn aus dem Sack nur noch heiße Luft kommt? Spötter im Internet meinen schon, dass er alleine durch die Größe so ein erstklassiges Ziel für die toll dreisten Attentäter in ihren fliegenden Kisten abgebe und somit erst einmal dazu diene, bei uns die Sicherheit zu erhöhen. In meinen Augen genauso krank gedacht, wie der ständige und ewige weltweite, Pardon, globalisierte natürlich, Schwanzvergleich zwischen Nationen und Menschen. So lange wir uns weltweit über so ein Denken identifizieren bleiben wir auf der Primitivsten Stufe der Evolution hocken. Im Grunde geht es immer nur darum, wer den Größten und den Längsten hat. Ob das Sinnvoll ist fragt gar keiner mehr. Für den Turm wurden in den letzten 5 Jahren in Spitzenzeiten bis zu 12.000 Menschen wie Sklaven behandelt und ausgebeutet. Vornehmlich Inder und Pakistaner. Jetzt kann man sagen, das 2,80 bis 5,60 am Tag in Indien ja noch ne ganze Menge Geld sind. Aber dann kann man auch sagen, dass jeder der so denkt ein Arschloch ist. Bei uns mit dem dicken Hintern im gewerkschaftlich zugesicherten Sessel furzen und so über den menschenverachtenden Umgang mit deutlich schwächeren denken? Na toll. Wann haben Sie das letzte mal mindestens 12 Stunden am Tag in der brütenden Hitze mit schwerster Handarbeit anderen Leuten den Schwanz hoch gewichst? Selbst für den billigsten Billigflieger um wieder nach Indien zu kommen müssen diese Menschen schon mehr als 2 Monate arbeiten und was ihnen die Fluggesellschaften nicht nehmen, dass wird schon die Sammelunterkunft in Dubai gekostet haben. Unendlich viel Ausbeutung und Menschenverachtung wurde da also in Stahl Beton und Glas mitten in die Wüste geschissen. Aber alle bestaunen die Größe und schimpfen auf den bösen Chinesen, der ja immer hin ne handvoll Tibeter unterdrückt. (und das auch erst seit 50 Jahren.) In der Lobby des Turms steht an der Wand der Leitspruch des Scheichs, das es Unmöglich in seinem Wortschatz nicht gibt. Was ich wiederum ziemlich Unmöglich finde. Jeder der solche Sätze sagt, wird andere dazu ausbeuten, nur um zu beweisen dass er recht hat. Aber auch für den Scheich gibt es ein Unmöglich, den es ist ihm unmöglich gewesen den Turm unter anständigen Arbeitsbedingungen, eventuell auch noch mit einem vernünftigen Ökokonzept zu bauen. Es nützt auch nichts wenn man stolz verkündet, dass man die 55 Millionen Liter Kondenswasser die alleine die Klimaanlagen benötigen, ökologisch sinnvoll in den Garten gießt und somit das Grüne Umfeld und den Park bewässert. Das muss man sich alleine schon auf der Zunge zergehen lassen. Es wird mit dem längst ausgegangenen Öl so viel Strom erzeugt, dass alleine die Klimaanlage schon so viel Wasser erzeugt, dass man damit die halbe Wüste Grün machen kann. Nee, is klar. Ich finde UNMÖGLICH manchmal wirklich nicht schlecht. Der Turm bleibt Größenwahn und völlig unsinnig. Gerade in Zeiten der Nachhaltigkeit und einem neuen Bewusstsein für die Ressourcen wirkt dieser Turm schon bei seiner Einweihung wie ein Dinosaurier. Für Technikfreaks spannend und interessant aber völlig leblos und ganz sicher zum aussterben verdammt. Gerade ein Emirat wie Dubai, das weiß, dass selbst ihm gerade Geld und Öl ausgegangen sind, sollte langsam mal bewusst werden, dass so was nicht nur sprichwörtlich auf Sand gebaut ist. Dubai war schon immer ein wenig wie eine Fata Morgana im Wüstensand. Sieht aus wie echt aber der Schein trügt. Nun ja, ich hätte da schon noch ne Idee wie der Turm wieder sehr Sinnvoll werden kann. Angeblich sind ja bereits 90% der Wohnungen und Büroflächen auch verkauft. Es müssen die 1,5 bis 3 Milliarden Baukosten wieder rein geholt werden. Also mindestens. Nochmal grob Überschlagen bei Personalkosten von 5,60 am Tag für 12.000 Leute, und das jeden Tag 4 Jahre lang, ergeben sich Personalkosten von knapp unter 100 Millionen Dollar. Mir scheint der rest immer noch sehr teuer dann. Ok, es sind massive Ressourcen verschwendet worden, an Stahl, Aluminium und Glas, aber so ne teuer Altmetallhandlung? Jedenfalls muss das Geld ja wieder eingespielt werden und die Wohnungen sind sicherlich nicht an die Erbauer aus Pakistan und Indien gegangen, welche den Turm zu Babel neu errichtet haben. Sondern eher schon an die Oberen 12.000 Leute dieser Welt. Nun ja, mein Vorschlag, alle möglichst schnell einziehen lassen, am Besten mit der ganzen Familie. Und sobald alle drin sind Türen zu, Strom aus und Schlüssel wegwerfen. So würde eine Menge Kapital auf den Weltmärkten wieder frei und die Finanzkrise und so manch andere Krise könnten direkt behoben werden. Solche technischen Meisterleistungen sind sicherlich faszinierend. Es ist auch beeindruckend, was die Ingenieurskunst so alles ermöglicht. Aber viele Ingenieure bauen Sachen immer nur, weil es möglich ist, nicht weil es Sinnvoll ist. Auch sie sind nur darauf bedacht sich möglichst selbst einen von der Palme zu wedeln. Sich und ihr dickes Rohr bewundern lassen, dass ist es letztendlich was wir ja alle wollen aber da liegt vielleicht der Fehler. Möge der Burj Chalifa also bitte möglichst lange der höchste Turm der Welt bleiben und für uns alle als Mahnmal dienen für ein altes, antiquiertes Denken, voller Ressourcenverschwendung, Menschenverachtung und Sinnlosem Machtgehabe. Nicht, höher, schneller, weiter darf die treibende Kraft sein im menschlichen Streben. Nicht: Ich muss meinem Gegenüber beweißen, dass ich den längsten habe und er mich deshalb respektieren muss. Viel mehr müssen wir doch irgendwann, nach all diesen tausenden von Jahren mal zu einem menschlichen Miteinander finden. Wir müssten längst wissen, dass wir am Ende als Menschheit nur weiter kommen wenn wir alle und ich betone noch einmal, ALLE, zusammenarbeiten. Das ist schwierig bis unmöglich, aber sehr notwendig. Und ich meine nicht mal wegen der Klimaerwärmung. Sie ist vielleicht nur der erste Stein der ein neues Denken ins Rollen bringt. Im Moment geht nur das Öl aus, Wenn uns erstmal das Trinkwasser knapp wird, dann wird es erst wirklich hart. Da ist das ausgegangene Öl jetzt noch lächerlich. Ist so ein Turm also nicht vielleicht sogar ein Beweis dafür, dass wir noch gar keine Menschen sind? Mit gutem Willen, auf dem Weg zur Menschwerdung, aber im Inneren immer noch Tiere, die "Ihr Revier" abstecken müssen. Wir müssen dringend umdenken und uns offen und frei von Bedenken und Vorurteilen darauf stürzen einander besser kennen und verstehen zu lernen. Denn erst wenn wir alle endlich eins sind, können wir auch gemeinsam an der Zukunft der Menschheit arbeiten. Ich prophezeie jetzt schon, sollte uns dass einmal gelingen, dass wir alle uns gegenseitig gleichwertig verstehen und jeder freiwillig seine besten Fähigkeiten an den entsprechend benötigten Stellen einbringt, dann bauen wir Türme die ökologisch sinnvoll sind und den Burj Dubai lässig in den Schatten stellen. Scherzhaft könnte man sagen, es ist so ein wenig wie bei Star Trek, nur ohne Militär. (Ich weiß, dass das so nicht geht, aber das ist vielleicht ein anderer Blogeintrag) Aber solange wir andere Ausnutzen müssen um so etwas "großartiges" zu erreichen, und sei es noch so ein fantastisches Ziel, solange sollten solche Projekte nicht umgesetzt werden. Es muss doch möglich sein, dass man Projekte wie solch einen Turmbau auf die Beine stellt an dem alle gerne und freiwillig mitarbeiten und nicht weil irgendwer dazu gezwungen ist so etwas zu tun, nur weil jemand anderes es sagt und beweisen will, das es UNMÖGLICH nicht gibt. Das ist der falsche Ansatz um Unmöglich ab zu schaffen. Herr Scheich, es bleibt auch ihnen unmöglich ihren Riesenpenis am Ende ihres Lebens mit ins Paradies zu nehmen. Je früher sie sich an unmöglich gewöhnen desto besser. Kleine Anekdote am Rande. Es ist normalerweise eine riesen Schande wenn ein Araber Schulden macht. Schon gerade wenn sie so groß sind, wie die von Dubai mittlerweile sind. Da ist dieses "nette "Geste, den Turm nach dem Retter, dem Herrscher des Nachbaremirats Abu Dhabi zu nennen natürlich nett. Aber man stelle sich vor, der Turm geht als Endpunkt des Größenwahns in die Geschichte ein. Als letztes Monument der sinnlosen Ressourcenverschwendung. Na schönen Dank Herr Scheich, dann möchte ich eigentlich nicht, dass Ihr Schwanz meinen Namen trägt, oder? Schon gar nicht wenn man ihnen gerade den Arsch gerettet hat.