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Es ist jedes Jahr das selbe. Eigentlich will ich den Song Contest gar nicht mehr sehen, wenn man mich vorher fragt. Wie sagt man so schön, eigentlich ist es mir ähnlich wichtig wie die Nachricht, dass in China ein Sack Reis geplatzt ist. Und doch. Jedes Jahr sehe ich mir das Elend doch wieder an. Schon während der Show war klar, selbst wenn Deutschland gewinnen könnte, irgendwann mal jemals wieder, diese Show kann man kaum bis gar nicht toppen. Die Bühne ist der Hammer, die Showeffekte völlig genial und die auftretenden Truppen Weltklasse(nicht die Musiker, sonder die Showactes dazwischen). :) Man hat sogar die Regeln geändert um es "gerechter" zu machen. Nicht mehr nur Televoting, sondern auch eine Jury sollte nun mit entscheiden. Was gut gedacht war stellt sich im Nachhinein als Schreckgespenst heraus. Den egal wie die Musik des Contests war, wenn Google vorher verkündet, sie wüssten bereits wer gewinnt. Natürlich war das auch in allen Ländern bekannt, und ich befürchte gerade die Musikjurys haben sich von diesen Ankündigungen auch einlullen lassen. Oder es war das Televoting was durch die Vorankündigung das es einen klaren Favoriten gibt auch deutlich beeinflusst wurde und die Jury hat an anderen Stellen das Voting wieder raus gerissen, ich kann das von hier jetzt noch nicht beurteilen wie viel Anteil am Gesamtergebnis bei wem lag. Klar ist aber, das der Titel aus Norwegen, definitiv nicht so hoch gekommen wäre, wenn es nicht im Vorfeld so viel über seinen Sieg zu hören gegeben hätte. Das ganze ist also eine selbst erfüllende Prophezeiung kein Voting gewesen. Der Titel war, wie fast alle Titel mal wieder, kaum was wirklich besonderes. Das ist es was seit vielen Jahren das selbe Problem ist mit dem Songcontest. Die Titel klingen fast alle gleich. Das Problem dabei ist und bleibt, wenn alle versuchen für alle zu schreiben, dann kann es nur im Einheitsbrei enden. Spannend sind dann schon fast die "Ausreißer" Wie Frankreich z.B. oder auch Island. Selbst England war mit seiner deutlichen musikalischen Ausrichtung wieder deutlich weiter vorne zu finden. Für mich persönlich auch noch sehr erwähnenswert der israelische Beitrag, vorgetragen von einer Israelin und einer Palästinenserin mit dem Titel "There must be a way". Das ist eine Botschaft die auf jeden Fall ankommen müsste. Jetzt läuft gerade der Norwegische Siegertitel wieder und als erstes fällt mir direkt auf, was ihm fehlt. Und zwar der durchgehende Bass im Hintergrund. Statt dessen hat er Geigen, Klavier und einen Text über die Liebe. Sollte das nicht ein eindeutiges Zeichen für die Komponisten sein? Ich gebe hier also jetzt die ultimative Bedienungsanleitung zum nächsten Deutsche Sieg bei einem Eurovision Song Contest. 1. Scheiß auf Swing.(und lasst eingekaufte Amerikanerinnen auch zu hause, denn das ist alles nicht europäisch genug) 2. Lasst den Extra Bass weg. Macht einen Titel, den man auch ohne elektrische Instrumente zumindest vortragen könnte. 3. Nehmt eine nette Stimme, EINE, das ist der Trick. Und lasst sie über Liebe, Hoffnung oder Frieden singen. 4. Kehrt zurück zu den eigenen deutschen Wurzeln auch musikalisch. Kein Swing, kein R n' B, kein Country, kein irgendwas. Wie wäre es mit Marschmusik oder Lagerfeuerstimmung aus dem Schullandheim. 5. Sorgt für eine nette Geschichte um den vortragenden Künstler. Sucht einen der im Vorfeld bereit ist jeden, absolut jeden Promo Mist in ganz Europa völlig fröhlich und freundlich mit zu machen. So dass alle die über den Eurovision Song Contest berichten im Vorfeld schon danach googlen, oder so was. (Das hat man früher nicht gebraucht, aber heute geht es ohne positives Echo in ganz Europa vorher nicht mehr.) Ich predige es seit einigen Jahren schon. Wir haben einmal gewonnen in dem wir ein junges Mädel mit ner Klampfe auf die Bühne gesetzt haben, sie vom Frieden singen lassen und die "Show" komplett weg gelassen haben. Perfekt. Braucht Musik wenn sie gut ist wirklich noch mehr? Nein. Sicherlich nicht. Unsere Musikproduzenten scheine alle zu sehr darauf aus zu sein, entweder unbedingt gewinne zu wollen, oder wenigstens kommerziell vermarktbare Scheiße zu machen. Dieter Bohlen hat das drauf Alex Christensen und auch Stefan Raab haben es drauf wenn es um die Charts geht, loosen aber allesamt im Eurovisions Contest Aber wenn es nicht um Chartplatzierungen ginge? Nur mal angenommen? Was würdet Ihr dann gerne Vortragen wollen? So muss es klingen. Die besten Platzierungen für Deutschland waren in den letzten Jahren 1999 Sürpriz - Reise nach Jerusalem mit dem 3ten Platz. Ich halte den Titel nicht wirklich für den Hammer, aber die kleine Geschichte über die Reise nach Jerusalem hat damals zumindest den Mittelmeerraum für uns eingenommen. Es war wohl sehr Multikulti damals als Deutsche Türken singen zu lassen. (Kleiner Tipp, auch der diesjährige türkische Beitrag war deutlich besser. Selbst das wäre noch ne Idee, wieder Türken hin zu schicken. ) Natürlich Guildo mit dem 8ten Platz und Stefan mit dem 5ten nicht zu vergessen. Und noch ein 3ter Platz 1994 mit MeKaDo Wir geben ne Party. Tut mir leid :) Dazu fällt mir nix ein. Was sollte das denn gewesen sein? Na ja, es war 94, damals war der durchgehende Bass in den Songs wohl noch eher neu und das ganze zumindest schön simpel gehalten. :) Tztz. :) Phänomenal ist dann auch der 2te Platz von Wind - Lass die Sonne in dein Herz Auch nicht schlecht. Vielleicht sollte man es mit so was einfachem auch mal wieder probieren? Es gehört nicht viel dazu die Botschaft zu verstehen. Wind war im übrigen 2 Jahre zuvor auch schon mal auf dem 2ten Platz mit dem Titel Für alle. Ok, für die Jüngeren wird es jetzt hart, denn das war wirklich noch Schlager damals. Und damals hieß es auch noch Grand Prix d'eurovision de la Chanson. Und da sind im Vortrag ne ganze Menge Gesangsfehler, drin gewesen. Trotzdem, 2ter Platz. Also bitte, zumindest Textmässig wieder back to the roots Leute. Singt wieder von Liebe, Friede, Freude Eierkuchen und verpackt das ganze mit ein wenig Schmalz. Und dann klappts auch wieder mit den Osteuropäischen Nachbarn denk ich. Kein Gucci Gucci bang bang über eine Frau die damit berühmt geworden ist das sie sich besonders nett Ausziehen kann. Und schon gar keine Amerikaner im Eurovision Song Contest. Sorry. Wer Osteuropa erobern will muss schon diskreter, und vorallem persönlicher vor gehen. Im Nächsten Jahr haben wir ja dann die Auswirkungen der Krise von der die ganze Zeit voll um die Ohren, oder hoffentlich grade hinter uns. Wenn man dann vielleicht ein kleines friedliches Lied mit ein wenig Hoffnung zum Songcontest schickt. Eines in dem sich alle Europäer wieder finden können, weil es nicht um Europäer geht sonder um Menschen. Vielleicht darum das man gar nicht so viel braucht um Glücklich zu sein. Ein bisschen Frieden ein bisschen Sonne und das die Menschen nicht so oft weinen vielleicht. Und dann steht wohl auch einen Deutschen Sieg nichts mehr im Weg. Nehmt euch und alles ein wenig zurück und die Chancen auf den Sieg steigen wieder. Ich denke ich kann so was wissen. Schließlich kommt Nicole aus dem Selben Landkreis wie ich selbst. Und Trier, die Heimat Guildo Horns ist auch nur noch ein paar Kilometer weiter. Ich bin also Quasi Experte, auf den man ja mal hören könnte, oder? Ich werd mir jedenfalls das nächstes Jahr diesen Mist nicht mehr ansehen. So wie dieses Jahr. :) Und wo war eigentlich die Eurovisionshymne am Anfang der Sendung? Ohne die kann man sowieso nicht gewinnen.