Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

oder  auch "Die Fortsetzung ist in einer Trilogie immer der schwächste Teil!

Sehr geehrter Herr Gottschalk,
sie scheinen zu lange Teil des System Fernsehens zu sein.  Denn die Begegnung „Aus gegebenem Anlass“ war ja wohl fast ausschließlich Ihr Monolog zur Verteidigung des schlechten Geschmackes. Herr Ranicki lehnt Unterhaltung nicht grundsätzlich ab.  Aber von Herrn Gottschalk kommt immer nur der Satz,: „ja wenn wir Kultur machen will das keiner sehen!“ Herr Ranicki hat ihnen aber einen anderen Weg gezeigt, den Sie nicht sehen wollten oder konnten. Kann es sein, dass sie zu verblendet sind?

Es gab früher mal den Ansatz, wenn dich jemand nicht versteht, dann ist NICHT dein Gegenüber zu dumm dazu, sondern du hast dir nicht genug Mühe gegeben es so zu erklären, dass dein Gegenüber es verstanden hat. Genau in dieser Situation ist das Fernsehen und Ihnen fällt nur ein immer wieder darauf hin zu weisen, dass diejenigen die es sich ansehen zu dumm, zu faul, zu uninteressiert sind. Bleiben wir bei Shakespeare. Wenn Herr Ranicki ihnen den Hinweis gibt, vielleicht mal bei Shakespeare zu suchen, so etwas zu verfilmen, sagen Sie allen Ernstes, dass die Jugend so was nicht mehr sehen möchte? Dann kennen Sie Romeo und Julia nicht in der Verfilmung mit Leonardo DiCaprio, oder? Der Film hat genau das geschafft. Historischer Stoff, neues Setting und viele junge Leute haben ihn begeistert gesehen, obwohl sogar die Dialoge wortwörtlich von Shakespeare übernommen wurden. Des weiteren gibt es seit vielen, sehr vielen, Jahren mindestens eine Sendung die komplexe Zusammenhänge wunderbar und mit vergleichbar hohem Erfolg vermitteln kann. Die Sendung mit der Maus.
Genauso ist es ein deutliches Zeichen, dass sie ihr eigenes Publikum extrem verachten wenn Sie sagen, dass die alle nur noch entspannen wollen und keiner mehr Lust hat seinen eigenen Grips an zu strengen. Bei sehr vielen Sendungen, wie z.B. den ganzen Quizshows, oder Sendungen wie „Das weiß doch jedes Kind“, „Clever“ ja selbst Sendungen wie „Genial daneben“ beruht der Erfolg zum großen Teil auf einer Art Mitmachfaktor. Das heißt die Leute wollen auch ein wenig ihren eigenen Grips anstrengen können. Es geht dabei viel mehr um die Art wie man es ihnen vermittelt.
Eventuell ein eigenartiges Beispiel. Aber können Sie sich an die Werbung für Obstgarten erinnern? In der schwere Kost nicht gefragt war, dafür aber locker leichte Früchte und Quark? Vielleicht muss das Fernsehprogramm in diese Richtung, schon mal drüber nachgedacht? Aber immer kommen solche Oberlehrer wie sie, die nur sagen könne, dass man den Stoff trocken vermitteln muss wenn auch was hängen bleiben soll und somit beweisen, das sie keine Ahnung von Ihrem Job haben. Galileo Mystery vermittelt auch vielen jungen Leuten eigentlich sehr trockenen Stoff. Wenn es dort auch in meinen Augen auf das falsche hinaus läuft. Die Dokumentarfilmer und Leute die Terra X und ähnliche gute Formate gemacht haben, passen sich diesem Stil schon an, obwohl das so nicht nötig wäre. Besser wäre es in Ergänzung neue Formate zu schaffen, statt die alten zu opfern. So käme man insgesamt zu mehr gutem Programm.
So fatal das einerseits ist, aber die Trennung zwischen Information und Unterhaltung im Fernsehen muss viel öfter fallen. Denn nur weil einer etwas lustig sagt ist es ja längst nicht weniger wahr in diesem Moment. Man muss nur aufpassen, dass die ganze Sache nicht instrumentalisiert wird und Halbwahrheiten oder Werbung die Infoteile bestimmen oder wenigstens als solche zu erkennen sind. Das wäre dann ihre Aufgabe als Fernsehmacher darauf mit Argusaugen zu achten. Kleine Sender wie Dmax z.B. haben durchaus Zulauf, wenn auch nicht in dem Maße dass sich größere Sender ernsthaft Sorgen machen müssten. Der Zulauf liegt nicht zuletzt auch an Sendungen wie Gordon Ramsay und American Chopper. Diese Sendungen sind so zu sagen das was raus kommt, wenn man von der Unterhaltung in die Richtung Information geht. Heraus kommen Sendungen die uns näher bringen wie faszinierend ein Handwerk sein kann, ob nun Motorräder bauen, oder kochen. (Gutes Stichwort übrigens, denn selbst Kochsendungen sind unterhaltsam und lehrreich gemeinsam und vermitteln bestimmte Werte) Im Übrigen werden ja auch Sendungen dieser kleinen Sender von großen nachgeahmt und Rach der Restauranttester ist oft genauso gut wie das Original.
Lieber Herr Gottschalk, auch sie werden mit Graus damals gesagt haben: "Oh Gott Big Brother, der Untergang der Fernsehkultur". Und mit dieser Einstellung kann natürlich auch nix anderes daraus werden, als das was sie sich wünschen. Leider aber nur in Ihrem Kopf, den in Wahrheit hat Big Brother doch eine völlig andere, sehr verblüffende Wirkung gehabt. Viele junge Leute haben es damals gesehen weil es sie interessiert hat, wie das ist, wenn Menschen mit einander auskommen müssen. Wenn sie so sind wie sie sind und wie sie reagieren in extremen Situationen. Im Übrigen sogar ziemlich gut nach zu voll ziehen, an Hand der Quoten, je mehr „geschauspielt“ wurde von den Kandidaten desto schlechter wurden die Quoten.
Im Moment erklärt sich selbst der Erfolg von DSDS, seines Zeichens ja dann auch wohl verdienter Fernsehpreisträger, auf dem Interesse von Menschen daran, wie andere Menschen sich verhalten in Extremsituationen. Es ist die alte , ach was, die uralte Geschichte die jedem beim Fernsehen eigentlich bekannt sein müsste, von den Helden die ausziehen müssen aus Ihrer vertrauten Umgebung in die fremde unbekannte Welt, dort Prüfungen bestehen müssen um am Ende mit dem wohlverdienten Lebenselixier zurück zu kehren. Und wenn Sie nicht gestorben sind,....
Jetzt ist die Frage wie lange das Fernsehen, oder explizit vielleicht sogar, die Öffentlichrechtlichen, für die ich ein verdammtes Schweinegeld zahle, die Vermittlung von Werten weitestgehend kampflos den Popstars, Superstars, Supermodels, Zwegerts und Saalfranks zu überlassen und statt dessen stereotyp an Ihren Lindströms, Stadeln und sonstigem vergleichbar verdummendem Programm festhalten. Das ist sehr grausam und sehr sicher wird Herr Ranicki solche Sendungen auch nicht sehen. Ich glaube, dass wegen dieser Sendungen Alzheimer erfunden wurde. Dann kann man das ganze wenigstens getrost vergessen.
Also Herr Gottschalk, kommen Sie runter von Ihrem hohen Ross und fangen Sie an zu arbeiten. Fragen Sie Dramaturgen nach den wichtigsten Geschichten und fangen Sie an, diese zu verfilmen, aber mit den wichtigen Werten die sie so lieben. Die Sendung liefert immer nur die Hülle zu dem was man eigentlich sagen will und im Moment sieht es so aus, als hätten die Öffentlichrechtlichen zumindest nix anderes zu sagen, als „SEID IHR ALLE DOOF IHR ZUSCHAUER“
Wenn es das war, an dem sie festhalten wollten, dann bin ich froh das ich Ihre Schmonzette am Samstagabend lange nicht mehr sehe, in denen Väter noch mit Ihren Söhnen lustige kleine Wettspielchen machen. Ist das wirklich alles was sie noch vermitteln wollen?

Kleiner Nachtrag zu Herrn Ranicki:
Natürlich muss, wer austeilt auch einstecken können, daher auch hier noch die kleine Anmerkung: Helge Schneider ist genial in dem was er tut. Es weiß halt nur niemand was das genau ist. :)
Spaß bei Seite. Sicherlich ist es ein Argument, dem man sich nicht ganz verschließen kann, wie es Henryk M. Broder zuvor in einer Umfrage auf der Buchmesse schön formuliert hat. Wenn sie zum Fernsehpreis gehen ist tatsächlich ein wenig wie ein Besuch im Puff, bei dem sich sich darüber beschweren, dass es da keine Jungfräulichkeit gibt. Und solange sie die Sendungen nicht wenigstens einmal ganz und vorallem ernsthaft, das ist oft das Problem bei einer objektiven Bewertung, gesehen haben. Wenn sie nicht auch mal Leute befragt haben oder beobachtet haben die diese Sendungen sehen, gerne sehen. Dann haben Sie eigentlich auch nicht das Recht sich so dort auf zu spielen.
Ich habe aber so viel Respekt vor Ihnen und Ihrem Alter, so dass ich gut nachvollziehen kann, dass sie sich dort gefühlt haben müssen, als würden ihnen diese Fernsehversager die letzten schönen Stunden auf dieser Erde auch noch rauben wollen, in dem sie Sie dort zu Tode langweilen. Deshalb und natürlich weil damit wenigstens eine Wertediskussion über das Fernsehprogramm in Gang kommen konnte, kann ihnen das niemand übel nehmen.
Und schön auch der Kommentar über die Bewunderung ihren Mutes. Mit 88 kann man sich auch das ein oder andere eher trauen, weil man wenigstens nicht mehr das Gefühl hat man hätte noch viel zu verlieren. Wäre vielleicht schön, wenn auch der eine oder andere Fernsehmensch ähnlichen Mut bei sich erkennen könnte und einfach mal was wagt. Die dürfen gerne auch jünger sein.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
Hier einer meiner früheren Texte: mit kleinem Nachtrag im Kommentar. :) Definition: Symptome (gr. Hinweis oder Zufall) werden in der Medizin als charakteristische Hinweise auf eine bestimmte Krankheit oder krankhafte Veränderungen gedeutet. Bei mir haben die Symptome viel mit Übelkeit und dem Wunsch sich zu Übergeben zu tun. Aber von Vorne. Ich musste auf die Post. Und zum Zweiten mal in Folge musste ich die Filiale anschließend mit einem sehr bitteren Beigeschmack verlassen. Das letzte mal war noch harmlos, da hab ich nur nebenbei mitbekommen dass ein Paket auf keinen Fall und niemals nicht, die Länge von 130 cm überschreiten darf. Sollten sie so was versenden wollen, vergessen sie es schnell wieder. Chartern sie sich einen Flieger oder entführen sie einen Zug, aber denken sie nicht mal dran, dass eines der wichtigsten Transportunternehmen der Welt so was transportieren könnte. "Geht nicht!" (Das ist die Aussage der Schalterbeamtin) Alles über 130 cm Länge fällt unter Sperrgut. Meine Frage dann: "Hmm, das zwar unangenehm, aber was kostet Sperrgut den mehr, bzw. wie gebe ich denn dann Sperrgut auf?" Antwort: "Gehen Sie zur Konkurrenz, so was nimmt uns DHL nicht ab" ÄÄÄÄÄäääääääHHH........ OK, ich hab dann auch lieber nicht weiter nachgefragt, wer will schon, dass die Post Ärger mit DHL bekommt. Jetzt aber zu meinem heutigen Erlebnis und eben einem Erlebnis, was mich tief Traurig stimmt, weil es zeigt wie tief bestimmte Mechanismen bereits in uns Menschen verankert wurden und es jetzt nur noch darum geht in Angst und Schrecken ein ruhiges und "angepasstes" Leben zu leben. Ich war überrascht, es waren kaum Kunden da. Normalerweise muss man dort durch eine lange Warteschlange bis man an den Schalter darf. Heute war ich der erste in der Warteschlange und hab mich gefreut. War auch nur ein Brief und dachte mir, ok geht ja fix. Der Brief war auch nicht das Problem. Aber die Schalterbeamtin hat mit Argusaugen den ganzen Raum im Blick und plötzlich schreit sie durch den ganzen Raum. "Hier dürfen Sie aber nicht fotografieren. Hallo?!? Sofort aufhören!!!!!" Ich dreh mich um und muss sehen, dass an einem der Plätze, an denen man sich seine Briefe und Päckchen fertig machen kann, ein Vater mit seinem kleinen Sohn sitzt. Der Sohn schneidet dem Vater Grimassen in eine kleine Pocketkamera. Der Vater sagt dann auch: „Nicht mal von meinem eigenen Sohn?" Worauf die Schalterbeamtin wieder quer durch den Raum brüllt: „Nein ist hier generell verboten." Und als sie sieht, dass der Kollege des Sondermarkenschalters, der dort in der Nähe ist, jederzeit in der Lage ist den Mann mit einem gezielten Polizeigriff zu Entwaffnen, wendet sie sich wieder mir zu. „Sind sie denn vielleicht schon Postbankkunde?" "Äääähhh, wie jetzt, neee und auch kein Interesse." Mit geöffnetem Mund gehe ich an dem Vater vorbei in Richtung Tür, denn irgendwie hatte ich immer noch Angst, der Schalterbeamte könnte ihm die Arme brechen. Doch ich merke wie sich die Situation zu entspannen beginnt. Der Vater fragt Kleinlaut, den Sondermarkenbeamten. „Und Warum? Wegen der Sicherheit?" Ja und da strahlt der Sondermarkenbeauftragte. „Jaaaaaa! Und wegen Überfällen und so." Oh, Mann so weit sind wir schon? Das schlimme ist, die Schalterbeamten dort glauben den Käse wirklich. Sonst hätte die Dame nicht so reagiert. Ich denke aber den wahren Grund für das Fotoverbot zu kennen. Jedes Foto was dort gemacht wird, könnte, unter Umständen, Missstände bei der Post aufdecken. Mal angenommen, so ein Foto wird einem Datenschützer in die Hand gespielt, und der kann dann vielleicht erkennen, dass der Sicherheitsabstand, den jeder Kunde zum nächsten einhalten muss, nicht ausreicht. Dann müsste die Post eventuell die ganze Filiale umbauen, was natürlich aus Kostengründen nicht geht. Oder noch schlimmer, das Foto wird einem Arbeitsschützer in die Hände gespielt und der erkennt plötzlich, dass die Schalterbeamtin mit ihren fast 2 Metern Körperlänge den ganzen Tag leicht gebückt an ihrem Pult stehen muss und die Kunden bedienen muss. Dann müsste er drauf bestehen, dass ihr Tisch höher gelegt wird, im Interesse der Gesundheit dieser Frau. Ob kleine Kunden dann noch an den Schalter ran kämen oder nicht, ist nicht der Job des Arbeitsschützers und außerdem können die ja immer noch zur Konkurrenz gehen. Oder noch ein wahrer Grund. Das Foto könnte einer Versicherung als Beweismittel dienen, dass in der Filiale der Post, irgendwelche Sendungen nicht in den dafür erforderlichen Boxen liegen, oder womöglich jemand Sperrgut in den Fluchtweg gepackt hat oder, oder, oder. Nicht auszudenken, was das für die Post bedeuten könnte. Unter Umständen eine ewige Rente an einen verunglückten Mitarbeiter oder Kunden. Oder die Filiale brennt ab, weil die Post auf der Heizung gelagert wurde und so ne Filiale kostet dann sicherlich, mit der kompletten Einrichtung, mal schnell 100.000 Euro. Und alles nicht von der Versicherung übernommen, nur weil so ein Idiot seinen Sohn beim Grimassenschneiden fotografierte und die Briefe auf der Heizung zufällig im Hintergrund zu erkennen sind. Das geht natürlich nicht. Grade wenn es um solche „Beträge" geht, da muss selbst der ehemalige Chef lange dafür nach Liechtenstein verschieben. Stimmt schon, wegen der Sicherheit, aber nicht so wie sie dem ein oder anderen Glauben machen wollen, oder vielleicht doch? Ich kann mich garnicht daran erinnern, dass im Irak, oder auch in Afghanistan, Postfilialen jemals von Terroristen in die Luft gesprengt wurden, jetzt wo ich drüber nachdenke. Und warum? Richtig! Weil man dort nicht fotografieren darf, also sehr wahrscheinlich deswegen. Manchmal frag ich mich echt ob irgendwer noch unterscheiden Kann zwischen Ursache und Wirkung, Zwischen wahren Gründen und falschen Gründen Zwischen guten Werten und Schlechten Werten. Aber ich befürchte selbst das Darübernachdenken hat keinen Wert mehr. Randnotitz: Meine Rechtschreibprüfung in Open Office kennt Übelkeit nicht,tztztz musste ich gleich mal aufnehmen, ich befürchte ich könnte dieses Wort noch öfters benötigen wenn das so weiter geht. Sondermarkenbeamten, ist dahingegen kein Problem für die Rechtschreibprüfung. Nachtrag: Ich war die Tage mal wieder auf der Post und ehrlich gesagt, in Zeiten der Finanzkrise, kurz nach der Meldung, das die Postbank jede Menge Kohle braucht, klang der Spruch der Kassiererin: “Sind sie denn schon Postbankkunde?” für mich ziemlich verzweifelt. Anyway, Meine Bank hat eure Bank eh gekauft und daher bin ich so gesehen jetzt auch Postbankkunde ohne es zu wollen. Aber der Chef von meiner Bank der würde sich ja schämen wenn er Geld aus dem Pott nehmen müsste. Nicht weil er und seine Bank es nicht brauchen könnten, sondern wahrscheinlich, weil er nicht weiß wie man mit einer halben Million Jahresgehalt über die Runden kommen soll. Stimmt schon, die arme Sau. Da wüsste ich auch nicht wie ich noch klar kommen soll mit dem bischen Kohle.